Reverion und Frontier entwickeln neuen Weg zur Kohlenstoffentfernung aus Biogas
25. November 2025
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- Die Brennstoffzellen in Reverion-Kraftwerken wandeln Biogas aus Abfällen in sauberen Strom um und fangen dabei alle Kohlenstoffmoleküle, sowohl aus Methan als auch aus CO₂ auf (eine Verdopplung der Rate von klassischen Biogasaufbereitungsanlagen)
- Die Stromerzeugung erfolgt bei zuvor unerreichbaren Wirkungsgraden von mehr als 74%
- Dieser Ansatz hat den doppelten Vorteil, dass er eine dezentrale Erzeugung von sauberem Strom an Biogasanlagen ermöglicht und gleichzeitig eine kurzfristig umsetzbare Lösung der CO2-Speicherung in großem Maßstab bietet.
- Durch eine weltweite Implementierung könnten jährlich über zwei Gigatonnen CO₂ entfernt werden.
Frontier hat Abnahmevereinbarungen mit Reverion geschlossen, einem deutschen Unternehmen, das CO₂ aus Biogas auffängt und dauerhaft speichert und gleichzeitig mit Festoxid-Brennstoffzellen (SOFCs) sauberen Strom erzeugt. Im Rahmen dieser Vereinbarung werden Frontier-Käufer Reverion 41 Millionen US-Dollar für die Speicherung von 96.000 Tonnen CO₂ zwischen 2027 und 2030 zahlen.
Methan ist ein starkes Treibhausgas, das über einen Zeitraum von 100 Jahren mehr als 27-mal so viel Wärme speichert wie CO₂ (IPCC AR6). Herkömmliche Technologien zur Biogasverwertung, wie z. B. Blockheizkraftwerke, verbrennen das Rohgas weniger effizient, was zu nicht abscheidbaren CO₂- und im schlimmsten Fall auch zu Methanemissionen führt. Die Technologie von Reverion löst dieses Problem, indem sie sowohl das im Biogas enthaltene CO₂, sowie das während der Stromproduktion aus Methan gebildete CO2, jeweils als Reinstoff abscheidet, wodurch die Abscheidung im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren verdoppelt wird und gleichzeitig sauberer Strom erzeugt wird.
Weltweit gibt es über 120.000 Biogasanlagen, von denen viele von Landwirt:innen betrieben werden, die organische Abfälle wie Gülle oder Ernterückstände in Strom umwandeln. Die Brennstoffzellenkraftwerke von Reverion wandeln Methan mit einem Wirkungsgrad von mehr als 74 % in Strom um – ein mit Abstand bisher unerreichter Wert.
Ein weiteres Feature: Reverion-Kraftwerke können in den Elektrolyse-Modus umschalten, wenn die Strompreise niedrig sind, sodass Landwirt:innen in Zeiten hoher Solar- und Windenergieproduktion Einnahmen aus der Wasserstofferzeugung erzielen.
Der Prozess von Reverion beginnt damit, dass Pflanzen auf natürliche Weise CO₂ binden, das schließlich als Biomasse in Form von Gülle, Ernterückständen und Lebensmittelabfällen anfällt. Landwirt:innen sammeln diese Biomasseabfälle und führen sie anaeroben Fermentern zu, um Biogas zu produzieren, eine Mischung aus etwa 60 % Methan und 40 % CO₂. Die Brennstoffzellenkraftwerke von Reverion zapfen diese bestehenden anaeroben Fermenter an, wandeln das Methan in Strom um und produzieren als Nebenprodukt reines CO₂. Das CO₂ wird dann verflüssigt und zur dauerhaften Speicherung in geologischen Formationen transportiert.

Die Methode von Reverion zur Entfernung von CO₂ aus der Atmosphäre
Argumente für den Ansatz von Reverion zur CO2-Speicherung
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- Mit Reverions Ansatz könnten bis 2040 jährlich Hunderte Millionen Tonnen CO₂ entfernt werden.Weltweit gibt es über 120.000 Biogasanlagen. Basierend auf den Prognosen der IEA für Biogas aus Gülle, Ernterückständen und Siedlungsabfällen könnte das theoretische Potenzial zur CO2-Speicherung bis 2040 mehr als 2 Gigatonnen pro Jahr erreichen.
- Reverion fängt den gesamten Kohlenstoff im Biogas auf, nicht nur den CO₂-Anteil. Aktuelle Ansätze zur Nutzung von biogenem CO2 erfassen nur den Kohlenstoff aus dem CO₂-Anteil des Biogases, der weniger als 50 % des Volumens ausmacht. Der Prozess von Reverion verdoppelt effektiv das Kohlenstoffentfernungspotenzial aus der gleichen Menge Biogas.
- Reverion-Kraftwerke erreichen einen Wirkungsgrad von 74 % bei der Umwandlung von Brennstoff in Strom. Damit gehören sie zu den effizientesten Kraftwerken. Der Ansatz von Reverion reduziert die Emissionen aus fossilen Brennstoffen. Durch die hohe Effizienz wird mehr Strom aus derselben Menge an Biomasseabfällen erzeugt, was Landwirten mit Biogasanlagen einen wirtschaftlichen Mehrwert verschafft.
- Der Ansatz minimiert Methanleckagen. Durch die Umwandlung von Methan in Strom vor Ort vermeidet Reverion Leckagen, die bei der Aufbereitung zu Biomethan und beim Transport durch Gasnetze auftreten können. Ein wichtiger Faktor angesichts des hohen Treibhauspotenzials von Methan.
- Die Technologie steht aufgrund der starken Marktnachfrage vor einer raschen Expansion. 60 unterzeichnete Vorbestellungen und 120 Absichtserklärungen untermauern die Attraktivität für Anlagenbetreiber:innen und zeigen, dass Projekte gegenüber Verbrennungsmotoren oder klassischer Biogasaufbereitung wirtschaftlich überlegen sind.
Frontier hat Käufe im Namen seiner Gründungsmitglieder Stripe, Google, Shopify und McKinsey Sustainability sowie der Mitglieder Autodesk, H&M Group und Workday ermöglicht. Darüber hinaus haben sich Aledade, Canva, Match Group, Samsara, SKIMS, Skyscanner, Wise und Zendesk über die Partnerschaft von Watershed mit Frontier beteiligt.
Stephan Herrmann, Mitbegründer und CEO von Reverion: „Dieser Abnahmevertrag mit Frontier-Käufern ermöglicht es uns zu zeigen, dass unser Ansatz zur CO2-Speicherung nicht nur klimawirksam, sondern auch wirtschaftlich rentabel sein kann. Unsere Technologie wandelt Biogas mit einem Wirkungsgrad von 74 % in Strom um und fängt dabei Kohlenstoff zur dauerhaften Speicherung auf. Wir konzentrieren uns darauf, diese Lösung weltweit zu skalieren.“
Hannah Bebbington Valori, Head of Deployment, Frontier: „Der Ansatz von Reverion ist eine intelligente Weiterentwicklung eines bekannten industriellen Verfahrens – die Umwandlung von Biogasabfällen in saubere Energie unter vollständiger Abscheidung des Kohlenstoffs, nicht nur eines Teils davon. Mit weltweit über 120.000 Biogasanlagen könnte dieser Ansatz Hunderte Millionen Tonnen Kohlenstoff binden und gleichzeitig die Betriebsabläufe der Landwirte verbessern.“
Kontakt Reverion: press@reverion.com
Mehr Infos zu Frontier: frontierclimate.com